Dossiers

Zwei Kinder liegen auf einer Wiese und blicken verträumt

Dem Speckgürtel zu Leibe rücken

Gesund leben muss doch kinderleicht sein? Für Kinder und Jugendliche nicht mehr. Statt sich draußen zu bewegen, sitzen viele heute vor dem Fernseher. Statt eines gemeinsamen Essens mit der Familie gibt‘s oft die schnelle Mahlzeit zwischendurch. Und statt Gemüse zu kochen, schieben manche Eltern lieber eine Pizza in den Ofen.

Gesunde Küche statt Fastfood

Ein Mädchen mit einer vollen Einkaufstüte

Den Kindern werden die Augen verbunden. Vormachen lassen sie sich trotzdem nichts. Wenn Spitzenkoch Hanns-Georg Kupky ihnen eine Tomatensuppe aus der Dose und eine selbst gekochte vorsetzt, schmecken sie die Variante mit den echten Tomaten und frischen Kräutern sofort heraus. Und ziehen sie der Konserve vor. Der Koch von der Insel Rügen reist mit einer Küche auf Rädern durch Deutschland und kocht bei Festen und Veranstaltungen mit Kindern, um ihnen wieder Appetit auf frisches Gemüse zu machen. Um ihre „Geschmacksnerven zu kitzeln“, wie er sagt.

Der Geschmack vieler Kinder hat sich längst an Pizza und Pommes gewöhnt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schätzt, dass Fastfood inzwischen 25 Prozent der Ernährung ausmacht. Kindern und Jugendlichen fällt es schwer, unter den vielen Lebensmitteln eine gesunde Auswahl zu treffen. Ausgerechnet die Produkte, die zu viel Fett und Zucker haben, werden aggressiv vermarktet: Dazu zählen Chips, süße Getränke, Schokoriegel und Fertiggerichte. Pro Stunde, die Schüler vor dem Fernseher verbringen, sehen sie rund 20 Werbespots zu den Snacks.

Hinzu kommt, dass in vielen Familien nicht mehr regelmäßig gekocht und gemeinsam gegessen wird. „Essen wird immer mehr zur Nebensache“, sagt Antje Gahl, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). „Unkontrolliertes Essen führt dazu, dass die meisten mehr essen.“

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