Zwischen Schule und Ausbildung
200.000 betriebliche Ausbildungsplätze fehlten im Jahr 2003. Bund, Länder und Arbeitsagenturen versuchen mit vielen Angeboten, eine Brücke ins Berufsleben zu bauen. Die neuen Hartz-Gesetze setzen dabei auf zwei Prinzipien: Erstens individuelle Betreuung, zweitens „fordern und fördern“. Trotzdem mahnen die Bildungsträger: Jugendliche mit besonderem Betreuungsbedarf dürfen nicht vergessen werden.
Lehre und Notlösungen
Zu Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst 2003 galten 35.015 Jugendliche bei den Arbeitsämtern als unvermittelte Bewerber. Diese Zahl erfasst jedoch nicht alle Schulabgänger, die vergeblich eine Lehrstelle gesucht haben. Denn weitere 46.700 Jugendliche besuchten eine berufsvorbereitende oder –qualifizierende Maßnahme, andere haben sich freiwillig für Alternativen wie ein ökologisches oder soziales Jahr, Wehr- und Zivildienst entschieden.
Bewerberstau
Hinzu kommen die Altbewerber - also Jugendliche, die nicht direkt von der Schule kommen, sondern schon in den Vorjahren wegen einer Lehrstelle vorgesprochen hatten. Das galt zum Beispiel im Ausbildungsjahr 2002/03 für 45 Prozent aller registrierten Bewerber (327.216 von 719.571). Berücksichtigt man außerdem die Jugendlichen, die auf eigene Faust auf dem Arbeitsmarkt ihr Glück suchen, dann fehlten Schätzungen zufolge im letzten Jahr 200.000 betriebliche Ausbildungsstellen.
Trotzdem wurden zu Beginn des Ausbildungsjahres 2003/04 noch 14.840 unbesetzte Lehrstellen gezählt - die so genannte Lehrstellenlücke.