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Thomas Gottschalk

"Ihr habt die Ideen und die Fantasie, jetzt kann es losgehen."

Thomas Gottschalk über die Jugend und sein Engagement für 5000xZukunft.

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Was für einen Eindruck haben Sie denn von Jugendlichen heute?

Um diejenigen, die sich lautstark melden, die auf die Barrikaden gehen, braucht man sich eigentlich keine Sorgen zu machen. Die haben immerhin bemerkt, dass sie sich engagieren müssen, um Dinge zu gestalten. Das Problem ist eher die schweigende Mehrheit derer, die sich sagen: Es hat sowieso keinen Sinn. Die Masse der Jugendlichen erscheint mir heute manchmal ein bisschen lethargisch, fast resigniert. Als Erwachsener weiß man: Das ist die falsche Haltung. Auch wenn mal was daneben gegangen ist, ist zumindest immer wieder ein Neuanfang möglich.

Wie kann die Gesellschaft das vermitteln?

Die Gesellschaft als theoretische Gruppe kann eigentlich überhaupt nichts tun. Jeder Einzelne muss an der Position, an der er steht, einfach anfangen. In den ersten Jahren sind das vor allem die Eltern, die ihren Kindern ein paar Grundsätze vermittteln müssen. Auf gesellschaftlicher Ebene sind alle Erwachsenen "Eltern": Jeder von uns ist in seinem Tagesablauf immer wieder mit Kindern konfrontiert, mit den eigenen oder mit anderen. Und es hängt sehr viel davon ab, wie wir mit ihnen umgehen.

Und die Medien?

Wenn man pädagogisch an die Sache herangeht, kann man natürlich fragen: Wo ist bei all den Computerspielen und Soap-Operas eigentlich die Kreativität geblieben? Aber ich habe auch viel Musik gehört und alle möglichen Schnapsideen gehabt. Das einzig wirklich ernsthafte Problem sehe ich darin, dass den jungen Leuten Dinge suggeriert werden, die letzten Endes nicht der Realität entsprechen. Wenn 80 Prozent der Mädchen das Gefühl haben, sie könnten Models werden, und 80 Prozent der Jungs meinen, sie würden Superstars, dann ist das ja schon statistisch nicht möglich. Wenn man ihnen aber immer wieder vorgaukelt, dies sei der richtige Weg, geht viel Energie verloren, die woanders sinnvoller eingesetzt wäre.

Wie soll man das vermitteln?

Wenn man eine Chance im Leben hat zu träumen, dann in der Jugend. Es wäre Blödsinn zu erwarten, dass alle mit geradem Blick auf eine Ausbildung zumarschieren. Es ist Aufgabe der Erwachsenen, Kindern Spielräume zum Träumen zu lassen. Aber es ist ebenso ihre Aufgabe, deutlich zu machen, wann eine Phase beginnt, in der sie mal wieder aufwachen sollten. Leider sind viele Kinder bei diesen notwendigen Orientierungen allein gelassen.

Was wünschen Sie denn Ihren eigenen Kindern ganz persönlich für die Zukunft?

Dass sie die Möglichkeit haben, ihre Begabungen und Wünsche in die Wirklichkeit umzusetzen. Dabei ist es mir völlig egal, ob mein Sohn Landschaftsgärtner wird oder Friseur. Ob ich gerne noch einen Juristen in der Familie hätte, ist für die Zukunft meiner Kinder völlig unerheblich. Kinder haben ein konkretes Gefühl für das, was sie im Leben wollen, und sie sollten jede Unterstützung bekommen, genau das auch wahr zu machen. Und wenn jemand Kraftfahrzeugmechaniker werden möchte, aber es keine Lehrstellen gibt, dann ist das eine Sauerei.

Und im Rückblick auf Ihre eigene Kindheit? Haben Sie ihre Wünsche wahrmachen können?

Ich habe alles falsch gemacht. Ich wollte gerne Nobelpreisträger für Mathematik werden und habe völlig versagt. Jetzt sitze ich am Samstagabend im Fernsehen und begrüße Madonna.

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