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Thomas Gottschalk

"Ihr habt die Ideen und die Fantasie, jetzt kann es losgehen."

Thomas Gottschalk über die Jugend und sein Engagement für 5000xZukunft.

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Herr Gottschalk, Sie engagieren sich für die Förderaktion 5000xZukunft der Aktion Mensch. Was hat Sie bewogen, sich an diesem Projekt zu beteiligen?

Mit gefällt vor allem die Grundidee, dass man einfach mal irgendwo anfängt. Viele Menschen meinen, um etwas zu verändern müssten Millionen her oder am besten gleich Milliarden. Aber unabhängig von den großen Dingen, die bei uns im Argen liegen, gibt es auch viele kleine Dinge, die man ändern kann. Und da setzt die Aktion an, wenn sie sagt: Ihr habt die Ideen und die Fantasie, hier sind 5000 Euro, jetzt kann es losgehen.

Was soll sich mit dieser Aktion verändern?

Jeder weiß, mit 5000 Euro kann man keine Häuser bauen, keine Jugendzentren finanzieren und keine grundlegenden Veränderungen herbeiführen. Aber 5000 Euro reichen in vielen Fällen, um einfach mal die Lähmung loszuwerden. Jugendliche können zum Beispiel sagen: Wir wissen nicht, wo wir uns treffen sollen. Die Tankstelle ist es nicht und Kino geht auch nicht immer. Aber hier gibt es einen Raum, der sieht zwar bescheuert aus, aber den nehmen wir uns jetzt vor, richten ihn her und das wird unser Treffpunkt. In jedem Fall kann man mit 5000 Euro solche Projekte schon mal in Umrissen kenntlich machen. Und dann ist jeder aufgerufen, da mitzugehen. Warum sollen aus den 5000 Euro nicht ganz schnell auch fünfzehn-, fünfundzwanzig- oder fünfzigtausend werden? Wenn die Leute sehen: O.k., die Kinder hängen nicht mehr irgendwo herum, sondern haben ein Projekt gefunden, das ihnen Spaß macht und das Sinn macht, dann investieren sie vielleicht auch gern in diese Sache.

Ganz konkret: Was für Projekte würden Sie sich wünschen? Was sollte umgesetzt werden?

Ich setze mich bestimmt nicht hin und erkläre jungen Leuten, was sie machen sollen. Ich unterstütze die Aktion als Sprecher und wenn Sie so wollen "interessierter Erwachsener", aber ich überschätze meine Möglichkeiten nicht. Auch die beste Fernsehnase kann nicht bewirken, was die Menschen nicht ohnehin schon verstanden haben. Wenn Eltern, Jugendliche und die Gesellschaft insgesamt nicht genau wüssten, worum es geht, dann könnte ich noch so lange reden und es könnte noch so viel Geld vorhanden sein - es würde sich trotzdem nichts bewegen.
Genau an dem Punkt gefällt mir die Aktion 5000xZukunft: Es wird nicht vorgegeben, wo es lang gehen soll. Sondern man setzt auf Ideen, Fantasie und das tatsächlich vorhandene Potenzial, das vielleicht nur eine Initialzündung oder etwas Geld benötigt.

Glauben Sie, dass man Ihnen Ihr Engagement für Jugendliche abnimmt?

Ich kann und werde niemandem vormachen, dass ich dauernd in den sozialen Brennpunkten von München, Berlin oder wo auch immer unterwegs wäre. Aber wenn einer wie ich, der nach wie vor versucht, die Leute zu unterhalten, den Überblick über das verliert, was wirklich passiert, dann habe ich was falsch gemacht. Ich komme selbst aus einer sozial eher schwachen Familie. Ich habe die Vorzüge des Wohlfahrtsstaates tatsächlich gespürt. Ich habe BaföG bekommen und eine Studienausbildung, was heute nicht mehr selbstverständlich ist. Daraus leitet sich für mich eine gewisse Verantwortung ab. Andererseits: In den USA, wo ich jetzt lebe, ist viel mehr Eigenverantwortung gefordert. Dort ist jedem klar: Wenn man möchte, dass etwas besser wird, muss man sich reinhängen. Ein bisschen was von dieser Mentalität könnte man in Deutschland auch gebrauchen.

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